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Die besten umweltfreundlichen Grillanzünder

Grillanzünder am Kohlegrill
Der Kohlegrill ist die beliebteste Grillvariante
Bei schönem Wetter wird gern gegrillt. Egal ob Fleisch, Fisch oder Gemüse, egal ob Kohle-, Gas- oder Elektrogrill. Allein in Deutschland werden pro Jahr über 220.000 Tonnen Grillwürstchen gegessen, dicht gefolgt von Steaks und Spießen.

Wer mit Kohle grillt, kennt das: Bevor es los geht, muss der Grill angezündet werden. Doch wie glüht die Kohle am besten und sichersten durch? Und was schadet der Umwelt am wenigsten? Diese Fragen beantworte ich heute.
Alle Anzünder im Überblick
Anzündkamin: Der Anzündkamin (hier von Weber) ist ein handlicher Metallkamin, der in den Grill gesetzt und oben mit Kohle und unten mit Brennstoff befüllt wird. Da die heiße Luft durch Schächte von unten an zur Kohle gesogen wird, kann die Kohle sehr viel schneller glühen.

Das Problem ist, dass er am Anfang ohne zusätzlichen Brennstoff wie Papier nicht funktioniert. Ist die unterste Schichte Kohle erstmal heiß, wird kein Brennstoff mehr gebraucht, da der Kamineffekt der heißen Luft von unten dafür sorgt, dass die ganze Kohle durchglüht. Er beschleunigt also nicht nur das anzünden, sondern spart auch noch das Nachlegen von Grillanzündern, was der Umwelt zu Gute kommt.

Grill­föhn: Ein elektrische Grillanzünder wie der Grillföhn hält die Kohle zwar heiß und lässt sie durchziehen, hat aber auch entscheidene Nachteile. Er muss die ganze Zeit auf die Kohle gehalten werden (der Anzündkamin läuft von alleine) und versprüht dabei noch Funken und Asche. Außerdem benötigt der Föhn eine extra Stromquelle, sodass ich insgesamt von einem Föhn abrate, obwohl er seine Aufgabe des Kohleanzündens erfüllt.

Heizgabel: Eine Heizgabel hat ähnliche Nachteile wie der Grillföhn, wobei die Gabel weder Funken noch Asche versprüht. Aber ein Problem der Heizgabel ist, dass diese Briketts kaum anzünden kann, da diese mehr Hitze brauchen als gewöhnliche Holzkohle. Deshalb rate ich auch von einer Heizgabel ab.

Feste Grillanzünder: Feste Anzünder sind meistens kleine Würfel aus Paraffin, die zwar gut und lange brennen, was ein Vorteil gegenüber Papier ist. Aber sie qualmen viel und beeinflussen das Grillgut durch den Rauch des Verbrennungsprozesses gesundheitsschädlich. Aus diesem Grund kann das Essen erst nach vollständiger Verbrennung des Anzünders aufgelegt werden.

Deutlich praktischer sind da spezielle Bioanzünder aus Holzwachs oder -fasern wie z.B. diese Feuerbällchen, die unbegrenzt haltbar sind und viel weniger qualmen, stinken und besser für die Umwelt sind.

Flüssi­ganz­ünder: Diese flüssigen Anzünder sind ähnlich den festen Grillanzündern, haben aber eine kürzere Brenndauer, was ein entscheidener Unterschied ist. Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen Flüssiganzünder und Brandbeschleuniger. Benutzt auf keinen Fall Brandbeschleuniger wie Spiritus zum Grillanzünden, da diese einfach in einer großen Flamme aufgehen, was einerseits gefährlich ist und andererseits sinnlos für das Anzünden des Grills.

Fazit: Der Sieger
Der Sieger ist der Anzündkamin kombiniert mit einem festen Bioanzünder aus Holzwachs oder Holzfasern. Der Föhn und der Anzündkamin sind zwar die einzigen Geräte, die Briketts vernünftig durchglühen lassen, und gerade bei größeren Grillparties sind Briketts besser, da diese die Hitze länger halten als normale Holzkohle. Doch der Grillföhn hat wie oben beschrieben gegenüber dem Kamin zu viele Nachteile.

Welche Erfahrungen mit Grillanzündern habt ihr gemacht? Oder grillt ihr gar nicht mit einem Kohlegrill? Schreibt es in die Kommentare!

Quellen: How to setup a BarbecueStiftung Warentest Grillanzünder
Bild: Jakob Montrasio

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