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Die Chemie der Knallerbsen

Die kleinen Knallerbsen sind beliebte und ungefährliche Knaller, die gerade an Silvester viel gekauft werden. Mit einem Wurf auf den Boden zerplatzen sie mit einem Knall. Doch wie funktionieren sie? Im Inneren einer Knallerbse steckt neben Sand ein hochexplosiver Sprengstoff: das Silberfulminat.   
Der Inhalt einer Knallerbse
Knallerbsen
Bunte Knallerbsen sind gerade bei Kindern beliebt
Knallerbsen enthalten grobe Sandkörner und den eigentlichen Sprengstoff Silberfulminat, AgCNO. Dieser wird in winzigen Mengen von etwa 0,8mg auf das Sandgranulat gepackt.

Dieses ummantelte Granulat wird dann in das bekannte Knallerbsenpapier gewickelt. Damit es nicht schon in der Verpackung explodiert, werden die Erbsen in Sägemehl gepolstert verkauft.
Was bei der Explosion passiert
Silberfulminat Kristalle liegen als Hexamer vor. Das sind Polymere bestehend aus sechs Monomeren. Das Silberfulminat ist sehr instabil und explodiert bei kleinsten Erschütterungen, Schlägen, Funken oder Hitze, sodass der Wurf einer Erbse auf den Boden die explosive Reaktion auslöst:

2 AgCNO   →   2 Ag + 2 CO + N2

Das Silberfulminat leitet sich von der Fulminsäure HCNO ab, die auch Knallsäure genannt wird. Das Knallquecksilber C2HgN2O2 ist eine bekannte andere Verbindung der Knallsäure, welches in der TV-Serie Breaking Bad von Hauptdarsteller Walter White zur Zerstörung eines ganzen Raumes verwendet wird. Nachgemacht haben diesen Versuch übrigens die Mythbusters in ihrem Breaking Bad Special.

Das AgCNO kann auch unter Wasser explodieren, weshalb Knallerbsen auch nass noch funktionieren, wenn sie gegen harte Oberflächen geworfen werden.

Bei der Explosion wird das Papier der Knallerbse zerrissen und das elementare Silber legt sich auf die Sandkörner ab. Dadurch sehen diese nach der Benutzung auch grau aus. Der Sand dient außer als Trägermaterial auch dazu Reibung zu erzeugen, sodass das Silberfulminat vollständig explodieren kann.

Der Vorteil von Knallerbsen liegt darin, dass diese relativ ungefährlich sind und selbst bei einer Explosion direkt in der Hand keine großen Schäden hinterlassen. Der Verkauf ist deswegen auch an unter 18-jährige das ganze Jahr lang erlaubt.

Bild: Georg Slickers
Quelle: chymist.com, Abschnitt "Snap’n Pops"

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